Eine Woche Granada
Sieben Tage können so kurz sein, die Zeit verging wie im Flug. Es schwirren so viele Eindrücke und Bilder durch meinen Kopf, ich weiß gar nicht, wo anfangen. So viele fremde Menschen, die nach so kurzer Zeit überhaupt nicht mehr fremd scheinen. Eine Stadt, die mich jeden Tag mit der Kamera nach draußen zieht, um ihre kleinen Gassen und großen Plätze zu fotografieren. Und nicht zuletzt die Sprache und die Musik, die durch die Straßen klingen und mir so vertraut und gleichzeitig so fremd sind.
Einer meiner Lieblingsplätze ist die Plaza Nueva, zehn Schritte von meiner Wohnung entfernt. Sobald sich die Sonne zeigt, tobt hier das Leben. Familien gehen mit ihren Kindern spazieren, alte Freunde treffen sich auf einen Kaffee in einem der Restaurants mit Freisitz, Straßenmusiker spielen Gitarre – Flamenco, was sonst – und immer wieder erkennt man Touristen. Auch an Wochentagen herrscht hier eine Atmosphäre, als wäre es Samstag oder Sonntag.
Aber die Sonne lässt auf sich warten. Wie auch überall sonst in Europa regnet es hier fast jeden Tag. Meine Wäsche auf der Terrasse wird wohl noch ein paar Tage dort hängen bleiben müssen, um trocken zu werden. Meinen Regenschirm habe ich aus Protest in Deutschland gelassen, jetzt bereue ich es. Ich werde wohl an der nächsten Straßenecke von einem der vielen Afrikaner einen neuen Schirm kaufen müssen. Am besten einen Stockschirm, mit Pseudo-Burberry-Muster.
Stil, auch bei schlechtem Wetter – so sind sie, die Spanier. Gegenüber den spanischen Frauen fühle ich mich permanent underdressed. Es scheint ihnen ein inneres Bedürfnis und vor allem ein natürliches Talent zu sein, gut angezogen durch die Straßen Granadas zu spazieren. Dabei habe ich ab und zu noch Schwierigkeiten, all die dunkelhaarigen Schönheiten voneinander zu unterscheiden – für mich als Deutsche sehen sie einfach alle ein bisschen gleich aus. Aber das wird sich in den fünf Monaten, die ich hier sein werde, mit großer Wahrscheinlichkeit ändern.







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