Die erste Woche ohne.
Sieben Tage ohne Alkohol ist ja noch nicht viel. Gelegenheiten zu trinken gab es natürlich genügend. Ich habe sie ohne Probleme ausgeschlagen, das Bedürfnis nach dem leichten Rauschgefühl scheint bei mir gerade nicht sehr stark zu sein. Es fühlt sich gut an, wie ‘normal’ ein Abend mit Freunden auch ohne Bier oder Wein sein kann. Auch wenn alle um mich herum trinken. Am Montag abend bekam ich auf meine Absage zum angebotenen Bier sogar schon den klassischen Kommentar: ‘Schwanger?’ zu hören. Es ist erstaunlich, wie ungewöhnlich es für viele scheint, wenn jemand in der Runde mal keinen Alkohol trinkt. Die F.A.Z. hat sich letztens auch mit dem Thema Alkohol in der Gesellschaft befasst. Zitat: Wie wäre es denn, wenn jemandem, der „nein, danke“ sagt, nicht mehr automatisch unterstellt würde, dass er alkoholkrank, eine schwangere Frau oder Islamist ist?
Wenn ich momentan “nein, danke” sage, fällt es meinen Freunden sofort wieder ein, dass ich gerade eine Alkoholpause mache: “Ach ja, stimmt ja.” Ich darf sozusagen nicht. Wenn ich dürfte, würde ich. Sozusagen. Danach wird alles wieder normal?
Ich werde weiterhin die Reaktionen beobachten. Es sind noch 20 Tage bis zum ersten September.

schon neulich wollte ich dich auf diesen blogeintrag aufmerksam machen. sehr interessanter text, sehr interessante diskussion.
mann, der (oder die) hat ja einiges hinter sich. diese krassen erlebnisse schiebt man ja dann immer sofort in eine bestimmte ecke und kann sich selbst mit seiner eigenen mäßigung immer noch ganz gut rausreden. wenn ich aber so nachdenke, sind da auch bei mir doch einige heftige erlebnisse dabei. und der faz-artikel trifft es des öfteren gut auf den punkt. klassische frage: muss erst was schiefgehen, damit was verändert wird?